Der Veranstaltungsort des 8. Thüringer Naturheilkundetages - Das Kulturforum Haus Dacheröden

Auch 2015 präsentiert sich der Naturheilkundetag in den historisch bedeutsamen Räumen des Hauses Dacheröden am Alten Angerbrunnen - einem Ort, der an die Tradition von kultureller Begegnung, Bildung, und geistigem Austausch wieder anknüpft - mitten in der Altstadt Erfurts.

Kulturforum Haus Dacheröden - Am Alten Angerbrunnen

Die beiden Teilhäuser Anger 37/ 38 wurden bereits im Mittelalter um 1300 errichtet. Mitte des 16. Jahrhunderts veränderten prächtige Umbauten das "Haus zum Goldenen Hecht" und das "Haus zum Großen und Neuen Schiffe". Schon diese Namen lassen den Reichtum und die Weltoffenheit ihres damaligen Besitzers, einem Waidhändler, vermuten. Wohnanforderungen und Zeitgeschmack führten in den nächsten Jahrhunderten mehrmals zu baulichen Veränderungen innen und außen. 1833 wurden beide Häuser miteinander verbunden. Heute zeigt sich kein einheitliches Bauwerk einer bestimmten Epoche, sondern ein Spiegel der Bedürfnisse seiner Besitzer über mehr als 700 Jahre.

Im ausgehenden 18. Jahrhundert erlangte dieser Ort die Bedeutung, an die seit einigen Jahren wieder angeknüpft wird. Der Freiherr von Dacheröden, hochgebildeter Präsident der "Königlich Preußischen Akademie nützlicher Wissenschaften", und seine Tochter Caroline machten das Haus zum Anziehungspunkt für zahlreiche politische und geistige Größen dieser Zeit, wie z. B. Napoleon, Goethe, Schiller, Herder oder die Brüder Humboldt. Man traf sich im "Salon" nicht nur zu einem guten Abendessen, man tauschte sich (philosophisch) aus und pflegte mit Hingabe die Kunst der Musik und Literatur. "Man" war, wer was zu sagen hatte. Eine aufregende Zeit, voller Forschung, Bildung neuer Gedanken, Hervortreten kluger, engagierter Frauen, eine Blütezeit, die auch in Erfurt erlebt wurde. "Kein Fremder von Rang und Bildung verließ Erfurt, ohne das Dacherödsche Haus besucht zu haben", schreibt der Historiker Alfred Overmann.

Nach umfangreichen Sanierungsarbeiten öffnete das Haus im September 2010 als eine Stätte der Kultur und des geistigen Austauschs erneut seine Türen. Musik, Theater, Ausstellungen, Vorträge, Beratungen, Konferenzen und vieles mehr knüpfen in zeitgemäßen Formen an das wertvolle geistige Erbe dieses Ortes an, dem sich die Stadt verpflichtet sieht.